„Ein Birnbaumsprössling sprosst heraus ...“

Baumspende des Herrn von Ribbeck am Mundenheimer „Haus der Begegnung“ gepflanzt

„Herr Ribbeck von Ribbeck im Havelland ...“ In dem berühmten Fontane-Gedicht, das früher jeder auswendig lernen musste und heute kaum mehr jemand, geht es um das Miteinander der Generationen. Im Gegensatz zu seinem Sohn, der ein „Knauser“ ist, kümmert sich der alte Herr Ribbeck von Ribbeck um die Jugend. Nicht nur zu Lebzeiten beschenkt er die Dorfkinder mit Birnen, er sorgt sogar vor über seinen Tod hinaus, indem er sich eine Birne mit ins Grab geben lässt; daraus soll eines Tages ein Baum sprießen, um die nächste Generation zu erfreuen. Es geht also auch um Geduld; die werden alle brauchen, denen die Zeit lang wird, bis sie die ersten Früchte eines Birnbaums ernten können, der am 4.12.2017 in Anwesenheit der Ortsvorsteherin Anke Simon in der Flurstraße gepflanzt wurde.Pflanzaktion

Der Hintergrund der Aktion ist so ungewöhnlich wie liebenswert. 2017 hat das Land Brandenburg den Vorsitz der Arbeits- und Sozialministerkonferenz der Länder inne. Friedrich-Carl von Ribbeck, Nachfahre des von Fontane verewigten Birnen-Spenders, begrüßte die Teilnehmer einer Sitzung im Havelland und brachte ein Bäumchen mit. Seine Bitte: Es möchte dort in die Erde gesetzt werden, wo in Zukunft möglichst viele Kinder in den Genuss der Früchte kommen werden. Wo könnte das wohl sein?

Szenenwechsel. Die Unterschiede zwischen dem idyllischen Havelland unweit von Berlin und dem Einweisungsgebiet Mundenheim-West könnten größer nicht sein. Halt! Mittlerweile stimmt das nicht mehr so ganz, wurden doch zwischen den für Geflüchtete errichteten Punkthäusern zwischen Flur- und Kropsburgstraße inzwischen aufwendige Begrünungsmaßnahmen durchgeführt. Es ist ein kleiner Park entstanden, wo zwischen der neuen Boule-Bahn und dem „Haus der Begegnung“ bereits zahlreiche Bäume wachsen.

Pflanzaktion 02 Simon u. Münzenberger Birnbaum

Eine gemischte Gruppe aus der Bewohnerschaft und Gemeinwesenarbeitern der Ökumenischen Fördergemeinschaft Ludwigshafen grub und hackte in den frühen Morgenstunden ein beachtliches Pflanzloch in den gefrorenen Grund. Im Beisein von Presse und einigen Gästen, darunter Marianne Speck von „Respekt: Menschen!“, nehmen Anke Simon und Walter Münzenberger den Festakt vor. So bescheiden das Bäumchen (noch!) erscheint, so umfangreich sind die Vorbereitungen, damit aus der symbolischen Handlung auch tatsächlich etwas Nützliches und Nahrhaftes wird. Pflanzerde, Dünger, Gießrand, Mulch, Pflanzpfahl und Kokosstrick sind nötig, um dem Sprössling alles zu geben, was er zum Gedeihen braucht. Und jede Menge Wasser natürlich.

Ganz zum Schluss kommen sie dann doch noch, die eigentlichen Hauptpersonen des Gedichts ... und damit der ganzen Unternehmung. Drei Kinder, die zunächst von ferne dem seltsamen Treiben zugeschaut haben, begutachten den Setzling aus der Nähe. Und äußern sogleich Sorge, ob denn daraus wirklich etwas werden kann. Wir einigen uns dahingehend, dass alle gemeinsam dafür sorgen müssen. Gut achtgeben, häufig gießen, ab und zu Fachleute befragen. Dann blüht er ganz bestimmt im Frühjahr – dicke Knospen hat er nämlich schon. Und dann geht die Geschichte des Herrn Ribbeck von Ribbeck weiter, verpflanzt vom Havelland nach Ludwigshafen ...

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