Die Party

Hochschule vor Ort

Studierende der Hochschule Ludwigshafen schmeißen Frühlingsfest in der Bayreuther

Zugegeben, die Ausgangslage war nicht die einfachste: Zwanzig Studentinnen und Studenten mitsamt Dozent Thomas Wagner hatten den Wunsch, direkt im Einweisungsgebiet Bayreuther Straße in Kontakt zur Bewohnerschaft zu treten. Hauptzielgruppe waren die Teilnehmer der berühmten Kochgruppe. Doch wie sollte das funktionieren? An manchen Tagen sind gerade mal acht Leute vor Ort, an anderen freilich zwischen dreißig und vierzig. Abschätzen lässt sich das nie, viele Faktoren spielen eine Rolle. Faustregel: Zum Monatsanfang tröpfelt´s, am Montagsende sprudelt´s. Es war der 4.5.2018. Also Monatsanfang. Und jetzt?

Hintergrund der Aktion ist die vor kurzem in einem Kooperationsvertrag besiegelte, intensivierte Zusammenarbeit der Ökumenischen Fördergemeinschaft Ludwigshafen mit der Hochschule. Tatsächlich existieren zahlreiche Beispiele für den fachlich-praktischen Austausch: Manche werden sich an das Spielfest mit „Außerirdischen“ unter Chef-Kosmonautin Andrea Lutz-Kluge erinnern, andere an die „Lange Nacht der Obdachlosigkeit.“ Immer wieder und wirken Praktikantinnen und Praktikanten der Hochschule vor allem bei der Gemeinwesenarbeit mit, ja die Gemeinwesenarbeit selbst besteht vorwiegend aus Ehemaligen der HS.

Das aktuelle Projekt findet auf der Basis eines Lehrauftrags statt; es geht um „Empowerment“, sprich die uralte Frage, wie es gelingen kann, zusammen mit den „potentiellen Opfern der Sozialen Arbeit“ Verbesserungen zu erzielen. Ohne Kennenlernen geht das natürlich nicht. Der traditionelle Lehrsatz „Sozialarbeit ist Beziehungsarbeit“ hat nichts von seiner Aktualität verloren. – Nun, es war Frühling, Studierende, Dozent und Gemeinwesenarbeiter überlegten hin und her ... und schließlich verfiel man auf die einfachste aller Methoden: ein Fest.

Schon bei der Ortsbegehung zwei Wochen zuvor bewies sich die Vermutung, dass zwanzig Teilnehmende doch recht viele sind für das Biotop Bayreuther Straße. „Sind wir hier im Zoo oder was?“, wurde der dritten Besuchergruppe innerhalb einer Stunde zugeraunt. KonHS vor Ort Frühlingsfest 05.2018 Grillennte das gutgehen? Noch beim Aufbau von Grill und Bierbänken blieb die Reaktion verhalten. Nur die Alt-Getreuen, Gründungsmitglieder der Kochgruppe, machten Mut: „Das wird schon. Schmeißt erst mal den Grill an ...“ Doch einfach nur Würstchen grillen, futtern und wieder abziehen, damit wollte man sich nicht zufrieden geben. Es ging ja um Gespräche! Die Studierenden hatten sich in drei Gruppen mit klaren Zuständigkeitsbereichen aufgeteilt: Spiele, Getränke und eben der Grill. Zum Glück erklärte sich ein bewährter Virtuose bereit, die sensible Holz-und-Kohle-Feuerstelle zu betreuen: „Keep the fire burning, verstehscht?“

HS vor ort Frühlingsfest 05.2018 TafelnWas zu hoffen, nicht zu erwarten war: Nach und nach kamen viele, sehr viele aus ihren Zimmern, über die Felder her und von allen Seiten. Die lange Tafel war prall gefüllt; es sah aus wie das Happy End einer Wohlfühl-Komödie. HS vor Ort Frühlingsfest 05.2018 BouleSelbstverständlich wurde auch ausgiebig Boule gespielt, angeleitet vom neuen Bufdi Kai; natürlich überzeugten auch die von den Studentinnen selbst zubereiteten Salate. Am wichtigsten aber wurde – wie gewünscht – das Gespräch. Über alles und jedes wurde geredet, alle mit allen, die Themenflut wuchs von Minute zu Minute ... und damit auch die Stimmung. Insgesamt ein Fest, wie es heiterer nicht sein könnte, obgleich die dunklen Themen, die das Wohnen am Abgrund mit sich mit, nicht ausgespart wurden.

Für alle Beteiligten stellte sich die Aktion als so gelungen heraus, dass es zum Schluss sogar zu einem (nicht ganz ernst gemeinten) Sitzstreik kam. „Widderkumme!“, schallte es den sympathischen jungen Leuten hinterher. Das war in der Tat ein Kompliment.

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