3.000 – Überleben der GWA-Kochgruppen vorerst gesichert!

Plötzliche Spende aus dem schönen Hessenland für die kulinarische Gruppenarbeit

Ludwigshafen, Bayreuther Straße. Seit Wochen geht ein Gespenst um. Langsam, zunächst unerkannt, so richtig nach Gespensterart, nistet es sich ein. Zuerst will es keiner wahrhaben. Dann fangen die ersten an zu flüstern: „Es stimmt was nicht ...“ Es stimmt jede Menge nicht in Ludwigshafens Obdachgebieten, doch dass ein Doppelangebot, das wöchentlich viermal mehreren Dutzend Leuten zugute kommt, auf einmal gefährdet sein könnte, löst Ängste aus. Tatsächlich zuallererst bei den Veranstaltern der Kochgruppe Bayreuth und des Kochclubs Mundenheim. Dann sickert es durch. Die ersten Fragen werden laut: „Sagt mal, wie lange könnt Ihr das hier eigentlich noch finanzieren, hm?“

„Das hier“ bedeutet warme Mahlzeiten, Geselligkeit, Sozialberatung, get-together, wie man andernorts sagen würde. Andernorts ... aber dazu kommen wir später. Hier, wo viele unter der Armutsgrenze leben, bedeuten die Angebote der Ökumenischen Fördergemeinschaft Ludwigshafen einen Ankerpunkt im Überlebenskampf, geprägt von miserablen Wohnverhältnissen und drastischen Leistungskürzungen. – Und dann das: Spaziert doch an einem stinknormalen Kochgruppenvormittag eine Dame in die Einrichtung und fragt, worum es sich handle bei dieser lustigen Versammlung. David Sarro klärt sie auf. Die engagierte Frau, just an einer Tagung im ortsnahen Heinrich-Pesch-Haus teilnehmend, wundert sich kurz ... und verspricht zu helfen. – Oh, wer hat das nicht schon getan in den vergangenen Jahrzehnten! Und nichts ward mehr zu hören ...

Frankfurt am Main, Mainzer Landstraße. Bürotürme wie aus einem Bilderbuch für werdende Hipster, kaum überquerbare Innenstadtroute, vegane Cafés, Glas, Chrom. Und nebenan das Hyperelend des Bahnhofsviertels. In einem wohldesignten Konferenzraum übergibt Frank Ludwig Vorstand von Xpact, einem Gold-Partner der SAP in der IT-Branche, einen satten 3.000-Euro-Scheck an Walter Münzenberger, Geschäftsführer der Ökumenischen Fördergemeinschaft Ludwigshafen. Man plaudert, man erzählt einander von den unterschiedlichen Erlebniswelten des Berufsalltags. Tatsächlich, die feenartige Erscheinung hat Wort gehalten und ihre Kontakte spielen lassen. Feen können so was! Sozialarbeiter leider seltener. So sehr die Kochgruppen-Spende die ÖFG-Leute und die Mitwirkenden freut ... es ist fast schade, dass der Initiatorin und den freigiebigen Wirtschaftsleuten vermutlich verborgen bleiben wird, wie viel Glück, wie viele satte Mägen aus dem philanthropischen Akt resultieren.

Ludwigshafen, Flurstraße. Herr Zemke senkt die Kelle in den Suppentopf. Darin befindet sich – keine Suppe, oh nein, eher eine potage surprise, eine köstliche Überraschung, Huldigung an Gastronomia, laut Brillat-Savarin die jüngste und edelste aller Göttinnen. Suppenküche, das klingt so nach langen Schlangen vor der Ausgabestelle, nach Börsen-Kollaps, Zwanziger Jahren ... Huch, wir haben ja schon wieder Zwanziger Jahre! Und die sozialen Probleme sind noch immer nicht gelöst, na so was. Doch Herr Zemke ist gelernter Koch, hat an ersten Häusern gewirkt, versteht sich nicht nur auf Küchen-Zauberei, sondern auch auf die Unwägbarkeiten des Lebens. Er hat nun Planungssicherheit: für knapp ein Jahr.

Dies verdankt sich einem so seltsamen wie seltenen Zusammenspiel zwischen Schichten, Milieus, Lebensläufen, Alltagswirklichkeiten. Eine gute Sache auf alle Fälle. Dank an die Aufmerksame, die – wie eine Fee – in die unterprivilegierte Realität der Bayreuther Straße geschwebt kam. Aber auch an die Großzügigen von Xpact, die sonst vor allem Kinder unterstützen. Doch keine Sorge – wie heißt es noch in Römer 2, 11? „Vor Gott sind alle Menschen gleich."

 

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